Sexualität als Lebensenergie – ein tantrischer Blick
Laut Tantra ist Sexualität Lebensenergie. Fliesst sie, fliessen wir. Sie ist wie ein Fluss, der uns durch unser Leben leitet. Sind da Scham, Angst oder Unzufriedenheit, kann dieser Fluss blockiert sein und sich auf alle anderen Bereiche unseres Lebens auswirken.
Sexualität ist nicht gleich Sex
Und nein, ich möchte damit nicht sagen, dass wir nur ein erfülltes Leben haben, wenn wir Sex haben. Denn Sexualität ist nicht gleich Sex. Wie du deine Sexualität lebst, wie du sie fühlst, was sie für dich ganz alleine für eine Bedeutung hat – das entscheidest du. Es geht nur darum, dass diese Energie frei fliessen kann. Denn dann ist sie Lebendigkeit.
Das warme Gefühl, das aufkommt, wenn du einen lieben Menschen innig umarmst. Die Lebenslust, wenn du deinen Körper beim Tanzen spürst. Das Spüren eines samtenen Stoffes auf der Haut. All das kann Lebendigkeit sein – all das kann sexuelle Energie sein.
Öffnen wir die Sexualität und kommen weg von starren Bildern, was sie sein soll – dann ist sie einfach Leben.
Beziehungen als Boote auf dem Fluss
Tauchen wir ein in diesen Fluss des Lebens und lassen uns mitreissen, kann etwas entstehen. Dann kann das Leben bunter werden. Dann können wir uns öffnen für die Welt, für Beziehungen zu anderen Menschen und zu uns. Vielleicht sind die Beziehungen auch das, was uns über dem Wasser hält. Was uns wie Boote dahinsegeln lässt – mal sanft, mal wild, mal zerstörerisch, mal wunderschön. Fliesst der Fluss, fliessen auch sie.
Wenn das zu abstrakt wirkt
Das macht so gar keinen Sinn für dich und wirkt zu abstrakt? Vielleicht ist es gerade das. Vielleicht ist Sexualität nicht konkret. Kein Rahmen, keine Linie, nichts was zielführend oder erklärbar wäre. Sexualität besteht nicht aus Worten. Sie besteht aus Fühlen. Aus unserem Dasein im Hier und Jetzt, aus unserem Körper heraus, aus dem Fühlen und Spüren. Sexualität ist nicht der Rahmen. Sie ist das Bild darin – mit all seinen Farben von hell bis tief dunkel.
Was das konkret heissen kann: Bei Unlust oder anderen sexuellen Blockaden schaue ich zuerst, was an Sexualität gerade überhaupt da ist. Mit welchen Bildern, welchen Gefühlen ist sie gerade verbunden? Und wie fühlt sich dieses Bild im Körper an? Fast immer zeigt sich dabei: Es passt nicht. Oft ist da Druck, Leistung, ein Müssen, Arbeit – und die Unlust ist eigentlich die gesündeste Antwort darauf, die es geben kann.
Erst dann fragen wir weiter: Auf was könnte Lust denn da sein? Manchmal ist es die Freiheit, einfach fliessen zu dürfen. Manchmal Leichtigkeit im Körper, ganz ohne Ziel. Manchmal ganz einfach: Grenzen setzen zu dürfen. Es geht nie darum, dich zurück in eine Lust zu drängen, die gerade nicht da ist – sondern die Unlust als Hinweis zu nehmen und zu erkunden, wohin die Energie eigentlich fliessen möchte.
Deshalb beziehe ich den Körper und das Nervensystem in einer Begleitung bei mir immer mit ein. Worte können den Fluss beschreiben – spüren kannst du ihn nur im Körper selbst. Ist das Nervensystem angespannt oder im Schutzmodus, zieht sich auch die Sexualität zusammen. Über Atem, Bewegung und Berührung wird das, was hier abstrakt klingt, plötzlich greifbar – und sexuelle Blockaden lösen sich oft genau dort, wo der Kopf allein nicht weiterkommt.
Eine kleine Übung für zwischendurch
Leg eine Hand auf deinen Bauch, eine auf dein Herz. Atme ein paar Atemzüge lang bewusst dorthin, ohne etwas verändern zu wollen. Spüre einfach nur: Was ist gerade da? Enge oder Weite, Wärme oder Kühle, Ruhe oder Unruhe.
Vertiefe anschliessend deinen Atem hinab bis in deinen Genitalbereich. Was ist da gerade?
Das ist schon die ganze Übung. Kein Ziel, keine Sexualität im engeren Sinn – nur ein Moment, in dem du deinem eigenen Fluss zuhörst. Manchmal beginnt genau dort, wo wir nichts verändern wollen und einfach im Kontakt sind mit dem, was gerade ist, die Bewegung.
Wie ich dich begleite
In meiner Praxis begleite ich Menschen zu Themen rund um Sexualität, Beziehungen und dem In-Kontakt-kommen mit sich selbst. Ich gebe nichts vor, ich rate nichts. Ich gebe Raum, lade zum Erforschen und Spüren ein. Und begleite dich dabei, selbst zu finden, was du brauchst. Was sind deine Bedürfnisse, deine tiefsten Wünsche und Sehnsüchte in Bezug auf Sexualität? Was fühlt sich lebendig an, was macht Freude? Und wo merkst du, dass deine Sexualität nicht passt?
Wenn du spürst, dass dies mit dir resoniert – wenn du dich irgendwo blockiert fühlst und du dir eine Begleitung wünschst, freue ich mich auf dich. Hier findest du mehr Infos zur Sexualberatung.
Häufige Fragen
Ich habe keine Lust auf Sex. Stimmt etwas nicht mit mir?
Nein, aus meiner Sicht definitiv nicht. Lustlosigkeit ist für mich meist ein Zeichen dafür, dass etwas nicht passend ist. Meist geht es nicht darum, etwas an der Lust zu verändern, sondern an der Sexualität selbst. Wird diese lustvoller, ist oft plötzlich wieder viel Lust da.
Was hat Tantra mit psychologischer Beratung zu tun?
Tantra bringt hier vor allem eine Haltung ein: Alles darf da sein und alles ist wichtig. Diese Offenheit hilft, Scham und Blockaden anzuschauen, ohne sie sofort lösen zu müssen. Lassen wir dem, was da ist, zuerst Raum, entsteht die Möglichkeit für Veränderung.
Für wen ist dieser Zugang geeignet?
Für alle, die spüren, dass ihre Sexualität blockiert ist oder sich nach mehr Lebendigkeit sehnen – egal ob als Einzelperson oder als Paar.