Sonne & Mond – “Mann und Frau” im Gleichgewicht

Bist du eher die, die alles unter Kontrolle hat? Oder der, der sich lieber treiben lässt? Bist du zielstrebig oder fühlst du dich wohler, wenn du dich einfach fallen lassen darfst? Und was davon ist eigentlich einfach du – und was hast du dir angewöhnt, weil du als Frau oder als Mann gross geworden bist?

Um solche Fragen geht es in einem neuen Angebot, das ich ab 5. August gemeinsam mit Mario Elsässer, Leiter des Männerkreises "Jedermann" Zürich, anbiete: Sonne & Mond – ein Abend der Polaritäten. Doch bevor ich dir davon erzähle, möchte ich mit dir teilen, was mich zu diesem Thema gebracht hat.

Zwei Kräfte, ein Leben

In meiner Arbeit als Sexual- und psychosoziale Beraterin begegne ich immer wieder demselben Muster: Menschen, die sich verbogen haben. Frauen, die gelernt haben, ständig Yang-Energie zu leben – zielgerichtet, stark, kontrolliert – weil sie sonst das Gefühl haben, nicht ernst genommen zu werden. Männer, die nie lernen durften, sich mit ihren Gefühlen zu verbinden, weil "empfindsam sein" für sie nie ein Ort war, an dem sie willkommen waren.

Das hat nichts mit Mann-Sein oder Frau-Sein an sich zu tun. Es sind schlicht und einfach zwei Energien, zwei Kräfte, die wir alle in uns tragen – unabhängig von unserem Geschlecht. In der Tantra-Tradition heissen sie Shiva und Shakti, in der chinesischen Philosophie Yin und Yang, in der Psychologie C.G. Jungs Anima und Animus. Verschiedene Worte, dasselbe Erleben: Aktiv und passiv. Geben und empfangen. Kopf und Herz.

Aber wir haben diese zwei Kräfte in unserer Gesellschaft doch sehr oft in Mann und Frau eingeteilt. Und wir haben ihnen Etiketten gegeben: Aktiv ist stärker als passiv. Leistung wichtiger als Hingabe. Kontrolle wichtiger als Fliessenlassen. Unsere Leistungsgesellschaft belohnt das eine – und übersieht das andere.

Warum das gerade jetzt spürbar wird

Wir leben in einer Zeit des Wandels. Die Emanzipationsbewegung der Frauen, das aktuelle Genderthema – beides zeigt: Das alte Konstrukt trägt nicht mehr. Immer öfter begegne ich Menschen mit Beziehungsproblemen, die teils hier ihren Ursprung haben. Alte Verletzungen. Groll, der sich zwischen zwei Menschen stellt, ohne dass beide genau wissen, warum. Schuld. Die Angst, etwas falsch zu machen. Der Druck, sich beweisen zu müssen. Eine unzufriedene Sexualität, die sich nicht traut, ehrlich zu werden.

Ich glaube: Es braucht weniger ein Dagegen – und wieder mehr ein Miteinander. Wir müssen nicht alle gleich sein. Wir dürfen uns ergänzen. Und das ist wunderbar und stark.

Der neue Abend: Sonne & Mond

Genau davon handelt unser neuer, monatlicher Abend. In einer gemischten Gruppe widmen wir uns der eigenen inneren Polarität – mit Körperarbeit, Embodiment, einer Sharing-Runde und Übungen, mal alleine, mal in Verbindung mit anderen. Wir üben, den anderen Pol zu spüren und zu ehren: in uns selbst und im Menschen, der uns gegenübersteht.

Der Abend ist für dich, wenn du:

  • deine eigene innere Balance zwischen den Polen erforschen möchtest

  • spürst, dass alte Muster dich einschränken – in Beziehung zu dir selbst sowie zu anderen

  • merkst, dass Wut, Groll, Schuld oder die Angst, etwas falsch zu machen, sich zwischen dich und andere stellen

  • eine Sehnsucht nach echter, erfüllter Sexualität oder Intimität in dir trägst

  • neugierig auf Selbsterfahrung in der gemischten Gruppe bist – mit oder ohne Vorerfahrung in tantrischen Kreisen, Männer- oder Frauenkreisen

Du brauchst keine Vorerfahrung. Alle Übungen sind freiwillig, Körperkontakt ist nie im Fokus, und du bleibst angezogen. Sexualität darf genauso Raum haben wie jedes andere Thema – der Fokus liegt auf innerer Erfahrung, nicht auf körperlicher Begegnung.

Die Details

Wann: Jeweils am ersten Mittwochabend im Monat – los geht's am 5. August 2026 
Uhrzeit: 19.30–ca. 21.30 Uhr 
Ort:Gesundungsraum, Obere Zäune 14, 8001 Zürich 
Kosten: 35–55 CHF, je nach deinen finanziellen Möglichkeiten 
Leitung: Nora Ermatinger & Mario Elsässer (Leitung Männerkreis "Jedermann" Zürich)

Mehr erfahren & anmelden

Ich freue mich von Herzen auf diesen neuen Raum – und darauf, ihn mit dir zu teilen.

Weiter
Weiter

Sexualität als Lebensenergie – ein tantrischer Blick